C2 Deutschland

COATING & CONVERTING | C2 DEUTSCHLAND 74 | APRIL 2019 34 NACHRUF Nachruf Klaus Kampf ist am 25. Januar 2019 völlig unerwartet und viel zu früh mit 66 Jahren verstorben F ast 40 Jahren lang war Klaus Kampf eine prägende Figur der Converting- Branche. Nach seinem Maschinenbau- studium in Karlsruhe wurde er 1980 mit nur 28 Jahren Geschäftsführer der elterlichen Firma Adolf Müller im norddeutschen Scheeßel. Dieses 1906 gegründete Unternehmen stellte schwerpunktmäßig Sägewerksmaschinen her. Wenig später übernahm der junge Firmenchef auch die Leitung der im rheinischen Wiehl ansässigen Firma KAMPF, die sich ebenfalls im elterli- chen Besitz befand. Dieses Unternehmen war auf den Bau von Rollenschneidern und Wicklern spezialisiert und wurde Ende der 80er Jahre an die Jagenberg AG verkauft. Danach konzentrierte sich Klaus Kampf darauf, Adolf Müller aus dem kriselnden Holzverarbeitungsmarkt zu lösen und zu einem hochmodernen Maschinenbau- Unternehmen für die Converting-Industrie zu entwickeln. Von Anfang an lag dabei sein Schwerpunkt auf dem Engineering von Rollenschneidemaschinen mit großen Aufwickeldurchmessern sowie von leis- tungsstarken Wickel- und Spulmaschinen. Klaus Kampf war beides: leidenschaftli- cher Unternehmer und technisches Genie. Mit seinem Pioniergeist, Engagement und Erfindungsreichtum konnte er Mitarbeiter und Kunden gleichermaßen für seine Projekte begeistern – und jeder verstand schnell, dass Maschinenbau für ihn eher Berufung als Beruf war. Immer wenn ich ihn in Scheeßel besuchte, arbeitete Klaus Kampf an neuen innovativen Anlagen, Verfahren und Produktionsoptimierungen. Eines seiner Steckenpferde war der hochsensible Markt von Schmalschneidemaschinen zum Schneiden und Aufspulen von Sicher- heitsbändern für Banknoten – nur eines der vielen Spezialgebiete, in denen Adolf Müller ein weltweit führender Anbieter ist. Klaus Kampf gehörte nie zu den „Lautsprechern“: es machte ihm Spaß, wenn man in seinen Werkshallen selbst heraus- finden musste, welche technologischen Neuerungen er an seinen Maschinen vorgenommen hatte. Mal waren es kom- plexe neue Verfahren, manchmal aber auch simpel-geniale Lösungen wie die drastische Reduzierung von Staubpartikeln auf den Bah- nen durch das Aufhängen der Mutterrolle oberhalb der Anlagen statt in Bodennähe. Klaus Kampf hatte aber auch eine andere große Leidenschaft: die Jagd. So ist es kein Wunder, dass der Magyar Vizsla-Rüde Felipe, ein ungarischer Vorstehhund, beruflich wie privat immer an seiner Seite war. Wann immer es die Zeit erlaubte, ging Klaus Kampf in sein Jagdrevier, das in Sichtweite des Firmengeländes liegt. Oft hat ihn dabei seine Tochter Katharina begleitet, die nun in das Unternehmen Adolf Müller einsteigt, um das Lebenswerk ihres Vaters fortzuführen. Wir nehmen Abschied von Klaus Kampf. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau, seiner Tochter und allen, die ihm nahestanden. Franz Herman Klaus Kampf (links) ganz in seinem Element: Gemeinsam mit Hermann-Josef Wagner und Mitarbeitern bespricht er eine Innovation an einer der Anlagen von Adolf Müller Am 25. Januar 2019 verstarb plötzlich und völlig unerwartet im Alter von 66 Jahren unser geschätzter Inhaber, Gesellschafter und Geschäftsführer Dipl. Ing. Klaus Kampf Voller Schaffenskraft und mit einer unglaublichen Energie hat er dem Unternehmen weit über die Grenzen hinaus zu hohem Ansehen verholfen. In ihm verlieren wir einen Menschen, der durch seine Ideen und sein Engagement das Bild des Unternehmens nachhaltig geprägt hat. Die Lücke, die sein plötzlicher Tod aufreißt, wird nur schwer zu schließen sein. Unser tiefes Mitgefühl gilt seiner Familie. Geschäftsleitung und Belegschaft der Firmen Adolf Müller GmbH&Co. KG, Scheeßel Schleuter Maschinen- und Apparatebau GmbH&Co. KG, Oyten Am Bahnhof 3, 27383 Scheeßel

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